Loslassen ohne Mantra

Nach den letzten Wochen voller grauer Tage, Nebel und kühler Feuchtigkeit fühlte sich heute alles plötzlich leichter an. Schon beim Aufwachen war da dieses Gefühl: Heute muss ich raus. Ich habe den Tag mit einem Ashtanga Flow begonnen – einmal Körper und Geist aufwecken bitte!

Nach der Arbeit zog es mich hinaus. Sonne! So warm, so klar, dass ich sie fast vergessen hatte. Der Weg war matschig, das Gras noch nass vom Winter, aber jeder Schritt fühlte sich an wie ein kleines Aufatmen. Kein Mantra, kein Stress – einfach nur Gehen. Die Wärme im Gesicht, das Knirschen unter den Schuhen, die Vögel, die irgendwo ganz leise schon den Frühling ankündigten.

Und genau das hat mir gezeigt: Entspannung muss nicht immer auf der Yogamatte stattfinden. Manchmal ist sie ein Spaziergang ohne Ziel, ein bisschen Licht auf der Haut, ein Moment, in dem man einfach aufhört, etwas „richtig“ machen zu wollen. Diese kleinen Augenblicke nähren die Seele oft mehr, als jede perfekt ausgeführte Asana.

Heute habe ich nicht „praktiziert“. Ich habe einfach gelebt – und das war mehr Yoga, als mir bewusst war.

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Yoga Philosophie – Von den Veden auf die Matte

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