Yoga Philosophie – Von den Veden auf die Matte
Gerade tauche ich tief in mein aktuelles Modul „Yoga Philosophie“ in der Ausbildung ein, und es fühlt sich an wie ein Türöffner in eine andere Welt. Meine Lehrerin macht die alten Themen so lebendig – keine trockene Theorie, sondern viel Wissen und langjährige Erfahrung. Es wird über die Veden, diese alten Schriften, in denen Yoga nicht als Sport vorkommt, sondern als Weg zur Selbsterkenntnis und inneren Ruhe gesprochen. Oder die 3 Gunas: Sattva – die Qualität von Klarheit und Leichtigkeit, Rajas – die Energie von Aktivität und Leidenschaft, und Tamas – die Schwere, Trägheit und Müdigkeit. Zu spüren, wie sich diese Kräfte im Alltag abwechseln und wie Yoga helfen kann, mehr Sattva einzuladen, ist unglaublich spannend.
Besonders berührt mich der Blick auf Frauen im Yoga. Früher schickte es sich für erwachsene Frauen in Indien oft nicht, bestimmte Asanas auszuführen – vieles war Männern vorbehalten oder wurde als unangemessen angesehen. Umso beeindruckender ist die Geschichte von Indra Devi, die als eine der ersten Frauen Yoga bei einem renommierten Lehrer, Tirumalai Krishnamacharya, lernen durfte und damit für viele andere Türen geöffnet hat. Sie gilt als eine Art „First Lady des Yoga“ und hat Yoga mit in die Welt getragen – zu Frauen, die lange keinen Zugang dazu hatten oder sich nicht trauten, offen zu praktizieren.
Wenn ich heute in meinen eigenen Stunden sitze oder auf der Matte stehe, wird mir bewusst, wie privilegiert wir sind: Yoga ist für uns Frauen so selbstverständlich geworden. Wir treffen uns in Studios, online, im Wohnzimmer – ohne darüber nachdenken zu müssen, ob es sich „schickt“. Gleichzeitig merke ich in diesem Philosophie-Modul, wie wichtig es ist, die Wurzeln nicht zu vergessen. Yoga ist mehr als körperliche Praxis, mehr als ein hübsches Bild im herabschauenden Hund. Es ist ein Weg, die eigenen inneren Qualitäten zu beobachten, die Gunas besser zu verstehen und vielleicht ein kleines bisschen bewusster zu leben.
Dieses Modul zeigt mir genau das: mehr Tiefe, weniger Oberflächlichkeit. Ich habe das Gefühl, dass jede Stunde nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch meine Praxis verändert – leiser, achtsamer, verbundener mit etwas, das viel älter ist als der moderne Studioplan.