Die Welt geht nicht unter, wenn ich Nein sage

Ich habe lange geglaubt, dass ich es allen recht machen muss. Dass ich zuverlässig sein muss, dass ich alles regeln muss, dass ich niemanden enttäuschen darf.

Also habe ich Ja gesagt, auch wenn ich keine Kraft mehr hatte. Ich habe mich aufgeopfert und dabei meine eigenen Bedürfnisse vergessen. Das hat nicht funktioniert, sondern mich leer gemacht.

Irgendwann habe ich es zum ersten Mal anders gemacht. Ich habe eine Grenze gesetzt und mich an die erste Stelle gestellt. Und es ist nichts passiert. Es ist nichts zusammengebrochen. Es ist nur ein bisschen ruhiger geworden, in meinem Kopf und um mich herum.

Das war für mich eine der wichtigsten Erfahrungen überhaupt: Die Welt geht nicht unter, wenn ich für mich eine Grenze setze.

Eine Grenze zu setzen ist nicht egoistisch. Es heißt, auf sich zu achten, damit man für die anderen nicht leer ist.

Wenn du damit anfangen möchtest, probier es mit etwas Kleinem. Such dir eine Situation aus, in der du heute am liebsten Nein sagen würdest. Atme dreimal tief durch und sag es dann ruhig, ohne lange Erklärung. Du musst dich nicht rechtfertigen.

Wo fällt dir das Neinsagen gerade am schwersten?

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